DocJobs - Norwegia
Lekarz niemiecki w Norwegii - Deutsche Aerzteblatt 2001, Forum
Tak gdzieś w roku 1997 słyszałem o możliwościach pracy w Norwegii, czytałem
ogłoszenia o pracy. Następnie zglosiłem cheć pracy w Norwegii i po pół roku
przyszło zaproszenie z Orkanger. A więc kupiłem bilet na samolot, pooglądałem
wszystko w ciągu 3 dni, a po rozmowie z rodziną potwierdziłem umowę o pracę i
wymowiłem swój stały etat BAT Ia.
Kiedy we wrześniu 99 z bagażami wylądowaliśmy w Orkanger potwierdziły się moje
pierwsze spostrzeżenia. Ludzie w szpitalu byli bardzo uczynni i pomocni,
wszystkie formalności szybko załatwione, dostaliśmy zwrot kosztów przeprowadzki,
nauczyciel języka, przedszkole i mieszkanie bylo załatwione.
Moj Szef (nie ma tutaj Chefarzta=ordynatora wg niemieckiego schematu, tzw.
avdelingsoverlege jest w pierwszym rzędzie odpowiedzialny za koordynację i
administrację, na co dzień sa wszyscy overleger są samodzielni i
rownouprawnieni) powitał mnie stwierdzeniem, że w pierwszych 3 miesiącach moja
praca nie jest tak ważna. Ważniejszym jest moja adaptacja do nowego miejsca i
nauka norweskiego, w szczególności w tym okresie czasu nie muszę mieć dyżurów.
Kiedy po kwartale moja znajomość norweskiego się polepszyła przejąłem rownież
dyżury. (Nawiasem mówiąc: w czasie nauki języka otrzymywałem pełne pobory).
Nauczyciel języka (1-2 h/tydzień) był tak długo opłacany, jak długo miałem na to
ochotę, łącznie 16 miesięcy.
Wstępne opinie o pracy potwierdziły się rownież, nie ma sztywnej hierarchii,
wszyscy specjaliści są równoprawnymi ordynatorami.
Wszyscy odnoszą się do siebie przyjaźnie, nie ma tonu rozkazującego, trzeba
przekonywać współpracowników a nie rozkazywać.
Obciazenie praca i tempo sa mniejsze, plan obsady etatow dla pielegniarek i
personelu pomocniczego
Ja, die Arbeitsbelastung und das Tempo sind geringer. Ja, die Stellenpläne für
Krankenschwestern und andere Assistenzberufe sind grosszügiger bemessen. Ja, und
die Arbeitszeiten sind heilig, eventuelle Überstunden werden genau ausgeglichen.
Im Laufe der Zeit und im Licht des Alltags bekommt dieses Paradies der
Werktätigen aber doch seine Schatten. Fehlende Hierarchie bedeutet, dass diverse
Kollegen vor sich hin wursteln (wie sie es gewohnt sind aus Schweden,
Dänemark,Italien, England, Uruguay oder wo sie sonst studiert und gearbeitet
haben) und die armen Turnusleger (= AIP) die die Stationen und den Hausdienst
machen müssen oft doch ziemlich im Wald stehen gelassen werden.
Ganz besonders nett ist es in der Sommerferienzeit: da alle Festangestellten das
Recht auf 3 Wochen zusammenhängenden Urlaub haben, ist die Klinik fest in der
Hand von Aushilfen (Vikarer), meist aus Schweden oder Dänemark. Und
Medizinstudenten im 10-12 Semester werden per befristeter Zulassung zeitweise zu
AIP´s befördert- und machen alleine Hausdienst mit einem pensionierten Kollegen
aud dem Ausland als Vikar im Hintergrund. Ich selbst möchte bei solchen
Konstellationen in unserem eigenen Krankenhaus nicht Patient sein. Das alle nett
zueinander sein müssen kann auch fehlende Kritikfähigkeit bedeuten. Man macht
sich extrem unbeliebt wenn man gegenüber Mitarbeitern fachliche Kritik zu üben
wagt; es haben ja schliesslich alle Pflege- und Assistenzberufe ein
(theorielastiges)Fachhochschulstudium absolviert und kleben an den dort
gelernten Prozeduren( die alle fein säuberlich in dicken Ordnern nachzuschlagen
sind). Wenn man da aber mit neuen Entwicklungen oder Literatur argumentieren
will, heisst es: da muss man Mal darüber reden, der zuständige Fachausschuss
muss sich erst damit befassen, etc.
Das niedrige Arbeitstempo ist für einen persönlich natürlich sehr angenehm; wenn
man aber die Wartelisten für die Patienten ansieht ( Galle 1-3 Jahre,
Leistenbruch 2-4 Jahre, Varicen, Sterilisatio, Mammareduktion etc. ca 5 Jahre)
kommt man schon ins Grübeln ob man nicht ein oder zwei OP´s mehr pro Tag machen
könnte.
Natürlich sind solche Probleme den Verantwortlichen auch bekannt. Deswegen wird
ständig mit Politikern (als Kostenträger und Betreiber in Personalunion),
Verwaltungsverantwortlichen, Ärztlichen und Pflegerischen Vertretern konferiert,
organisiert, umstrukturiert und vor allem gespart. Das geht so weit, dass zB.
mein Avdelingsoverlege jede Woche mindestens 3-4 Stunden meetings absitzen muss;
natürlich prinzipiell nur zwischen 9 und 14 Uhr. Darüber werden schon einmal die
Bedürfnisse der täglichen Arbeit vergessen; wenn ich hier ausführen würde, mit
was für einem Anästhesieaparat (und mit wie wenig Monitoring) ich tagtäglich
Narkosen machen muss, würde mir in Deutschland vielleicht die Approbation
entzogen...
Trotz allem ist Norwegen ein wunderschönes Land, das Klima ist wirklich kalt,
die Patienten in der Regel unkompliziert im Umgang und es herrscht nach wie vor
Personalmangel im Gesundheitswesen. Wenn man einmal den Einstieg geschafft hat
(=Sprachkenntnisse)hat man sehr gute Chancen auf eine Alternativlösung wenn
einem die erste Stelle nicht gefällt. Wir haben uns jedenfalls (auch wegen
vieler Gründe die mit der Arbeit nichts zu tun haben)jetzt entschlossen, es noch
einmal in Deutschland zu probieren (ganz entgegen dem vermeintlichen Trend)-
ohne den Schritt hierher zu bedauern und mit der Möglichkeit im Hinterkopf,
gegebenenfalls in den Norden zurück zu kommen. Und von den über 500 deutschen
Ärzten, die zur Zeit in Norwegen arbeiten, fühlen sich viele so wohl, dass sie
auf Dauer bleiben. Nur Mut!
(Forenbeitrag) /Michael (30.07.01)